Wem es nichts ausmacht, umgestürzte Bäume zu überklettern, sich durch Gestrüpp zu kämpfen oder matschige Schuhe zu bekommen, der sollte sich die Zeit nehmen, die 200m Fussweg zum Scheetunnel auf sich zu nehmen um ein gutes Stück Nächstebrecker Geschichte zu besichtigen. Einmal angekommen am Südeingang des Tunnels bietet sich einem ein idyllisches Plätzchen zum Träumen und Nachdenken. Tief im Tal gelegen ist man für sich allein und die Gefahr auf andere Menschen zu treffen ist äußerst gering. Direkt neben dem Tunneleingang befindet sich ein 5m hoher Wasserfall, der einfach nur schön anzuschauen ist. Über mehrere Etagen bahnt er sich einen Weg nach unten und macht auch nicht vor dem alten Stellhäuschen halt, dass heute zum größten Teil verfallen und überschwemmt ist. Durch diese tiefe Tallage und das ständige plätschern des Wasserfalls nimmt man keine Notiz von der nahegelegenen A46, die sich ca. 50m nördlich und ca. 30m höher befindet. In der nahen Umgebung befinden sich viele Wanderwege durch diese Tal- und Hügellandschaft. Wenn man auf dem Rückweg den Trampelpfad weiter verfolgt, kommt man nach kurzer Zeit zu einem alten Bahnhof, der die Nächstebrecker Haltestelle der alten Bahnstrecke darstellt. Zusatz: Ursprünglich wurde der Scheetunnel, welcher am Ende des 19. Jahrhunderts entstand, für die Bahnlinie zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Hattingen genutzt. Im zweiten Weltkrieg wurde der Tunnel dann allerdings im Zuge der Untertage-Verlagerung ab dem Mai 1944 für den Eisenbahnverkehr gesperrt und unter dem Decknamen „Kauz“ als unterirdische Fabrik für die Endmontage des Düsenjägers ME 262 genutzt, dazu wurde im Osttunnel das Gleisbett entfernt und ein Schwerlastkran unter der Decke des Tunnels installiert, welche sich über die komplette Länge des Tunnels erstreckte. Heutzutage kann man nur noch die abgesägten Doppel-T-Stahlträger, an denen der Kran hing, aus den Wänden ragen sehen kann, sowie die alten Maschinensockel und Räume der Be- und Entlüftungsanlagen sehen, die Maschinen und Ventilatoren selbst sind allerdings nicht mehr Vorhanden und die Luftdurchlässe wurden im Laufe der Zeit vermauert. Auszüge des Zusatztextes sowie die beiden folgenden Bilder stammen von dem Team 7grad.org, auf deren Seite http://www.u-verlagerung.de man auch noch weitere Informationen über den Scheetunnel und andere U-Verlagerungen in Nordrhein-Westfalen findet. |